Besuch im Aeroseum

außerhalb von Göteborg. Wendelin der Hubschrauberfan. Was liegt da näher als ein “Hubschraubermuseum”? Auf der Homepage von Göteburg wurde das Aeroseum beworben. Ein neuartiges Museum in einem “declassified Air-Force Bunker”. Also so wie in den alten James Bond Filmen. Ein unterirdischer in den Felsen gehauener Fliegerhangar. Das hat mich neugierig gemacht und Wendelin und ich sind am zweiten Tag mit dem Bus hin gefahren.

Unser SAAB Draken

Die Anreise war nicht ganz so einfach und hat ca. 45min gedauert. Mit umsteigen in einen kinderwagenfreundlichen Bus. Zuerst hatte ich Angst die Haltestelle zu versäumen, aber ein mitten auf einer Wiese stehender SAAB Draken hat dann doch auf das Aeroseum hingewiesen. Jeder Österreicher meiner Generation kennt das Fluggerät noch aus der “Zeit im Bild”. Als der Bus dann weg war, war die Sicht frei auf weites Feld. In der Ferne konnte ich den Göteburg City Airport erahnen, aber sonst nichts, bis auf ein Strassenschild “Aeroseum”. Von der Bushaltestelle waren es dann noch mit dem Kinderwagen 15min zu gehen bis wir vor dem Kassahäuschen standen. Mit der freundlichen älterlichen Schwedin konnte ich mich mit Händen und Füßen auf €7,50.- als Eintrittspres verständigen. No English. Egal, es hat ja funktioniert. Danach sind wir auf dem Gelände etwas ziellos herumgeirrt, da nix zu sehen war. Naja, ist ja auch alles unterirdisch. Nachdem wir der Runway gefolgt sind standen wir in einem Tunnel vor einem riesen Tor. Plötzlich kam von hinten ein Mann mit gelber Sicherheitsjacke und murmelte etwas auf schwedisch.

Er bog nach links in eine kleine Tür – in die wir ihm unmöglich folgen konnten – und nach gefühlten 5min öffnete sich mit lautem Getöse die 20cm dicke Beton Schiebetür und gab die ersten Blicke auf die Flieger frei. Irgendwie war es unheimlich. Keine Show, keine Guides, niemand außer dem Kerl mit der gelben Jacke der auch gleich wieder verschwand. Dann standen wir alleine hinter dem Tor und blicken den Tunnel nach unten auf ein helleres Licht. Am Weg nach unten gingen wir an einem SAAB Draken und einem SAAB Viggen (SAAB lasse ich wohl besser weg…) vorbei die da so standen. Unten war dann noch einmal ein Tor mit einem A4 Zettel wo “Welcome In” drauf stand. Tja, das war ja dann schon einmal richtig.

Ich habe mich ein wenig komisch gefühlt. Bin ich nun in einem Museum oder doch noch im echten Bunker. Keine anderen Besucher, keine Stimmen, schummriges Neonlicht und diese riesigen Maschinen. Nach dem Eintreten in die Haupthalle dann die ersten anderen Besucher – obwohl, ich konnte die “Erhalter” nicht von den Besuchern unterscheiden. Dann wurde die Sache aber eher museumischer. Ein Alouette Helikopter zum Reinsitzen, eine Viggen mit einer Leiter und noch andere Fluggeräte. Hier in der Halle war auch dann mehr Licht. Trotzdem blieb es ein wenig unheimlich. Wendelin hat das aber nicht gestört. Er ist gleich auf den Hubschrauber zu und wollte rein. Klar. Da war er dann der King. Mit zwei Jahren Hubschrauberpilot. Wer wäre das nicht gern. Dann noch in die Viggen reingesetzt und einmal Jet Pilot gespielt…

Damit war dann der Rundgang eröffnet. Bei Korv met Bröd hatten wir dann noch ein spannendes Mittagessen mit schedischen Flugveteranen (zumindest stelle ich die mir nun so vor). Nach zwei Stunden haben wir dann alle Geräte begutachtet und traten wieder die Heimreise mit dem Bus an. Da hat Mr. W dann aber geschlafen und wahrscheinlich von Hubschraubern geträumt.